Montag, 17. Oktober 2016

Ich kam, sah und redete nicht viel....

 Gerade heute bin ich selbst zu faul, einen ganzen Blog zu schreiben, wollte aber dennoch wenigstens ein paar Fotos von unserem Wochenende in Kolkata hinzufügen, wobei ein paar andere ebenfalls den Weg in den Blog gefunden haben.... Aber hey, es sind nur Fotos mit wenig Text, die meine Erlebnisse aber größtenteils ganz gut wiederspiegeln....:)


Der Ausblick von unserer Dachterasse nach hinten...

Das angefangene Terassenpflanzenprojekt, welches aber nach dem Nichtkeimen der Kerne wieder eingeschlafen ist....;)


Der nächste Durga Puja Tempel in unserem Umkreis....
Unsere Organisation hatte gegenüber von dem obengezeigten Tempel einen kleinen Stand, mit Prospekten von und über die Organisation. Von einer Mitarbeiterin bekamen wir ein Abendessen, da wir natürlich nicht hungern sollen...




Und so kann ein Tempel von innen aussehen


Oder so....Wobei dieser ein Tempel in Kolkata war, die anderen Tempel, die wir auch besucht haben, könnt ihr auf Caterinas Blog finden :) (caterinindia.wordpress.com)

 

Natürlich haben wir nicht nur die Tempel besucht (Mitte), sondern haben uns auch eine wunderschöne Kirche mit Pappaufstellern von dem Papst und Mutter Theresa angesehen (Links).
Außerdem ist uns auch das altbekannte Hochwasser begegnet ;)


Etwas verwackelt und unscharf, aber ich glaube es lässt sich dennoch die Magie Kolkatas bei Nacht erahnen.

 




Unsere Flurstreichaktion,
mit viel Spaß, Harry Potter und dadurch auch etwas Magie ;)







 

Ein weiteres Fest schließt an Durga Puja an, allerdings in unserem Dorf und mit lauter Musik, die gefühlt die ganzen Nächte vorhanden war....


Eine ganz ganz liebe Familie, bei der wir jederzeit willkommen sind, die sich sehr lieb, aber auf normale Weise um einen kümmern. Auch wenn sie nicht ganz verstehen können, dass uns bei einer Temperatur von 5 Grad weniger im Vergleich zur vorherigen Woche, nicht kalt ist.





Besonders beliebt sind die Seifenblasen bei den Kindern im Dorf.


 Mit Mühe geht auch das Bengalilernen voran;)


Der bunte Sonnenschirm auf dem Dach dient uns als Schattenplatz auf der Dachterasse.

 
Mir sind die Fotos, die gemacht werden manchmal ein bisschen viel, weshalb ich den Spieß umdrehe und die fotografiere, die uns gerade fotografieren. Wobei zu erwähnen ist, das besonders die beiden Mädchen im Vordergrund sehr lieb sind uns ständig mit uns spielen wollen...Leider auch dann, wenn wir gar keine Zeit/Lust haben....


Aber vor einer Englischstunde tut frische Luft ganz gut ;)

P.S. Wobei der Titel des Blogs meine ersten Wochen ganz gut beschreibt, ich aber mehr reden möchte und muss, denn sonst wird das auch mit dem Bengalilernen nichts....

Freitag, 7. Oktober 2016

Momente eines Wochenendes

Bevor wir unser Hotel in Kolkata aufsuchen wollen, haben wir beschlossen, erstmal einen Kaffee zu trinken. Und das in dem gelben Laden, den wir auf der Park Street gesehen hatten.
Zu unserer Überraschung waren dort recht viele Europäer/Backpacker anzutreffen... Aber gut, bei günstigem Essen, freiem WLAN, gutem Kaffee usw., wer will das schon nicht....;)
Und dann erlebten wir in den Abendstunden ein Kolkata, welches wir bis dahin noch gar nicht kannten.

Noch belebter und pulsierender schoben sich die Menschen teilweise durch die Straßen, schoben deshalb, weil gerade vor den größeren Bauten für Durga Puja ein unglaubliches Gedränge entstand. Jeder wollte wenigstens einen Blick auf die Figuren erhaschen, das lange Warten sollte sich ja auch gelohnt haben.... Wir, die ziemlich am Rand, sehr weit vorne waren, wurden von den Massen nach vorne geschoben, von den heute sehr presenten Sicherheitsleute gehalten und zurück geschoben. Um die zwei bisher größten "Tempelbauten" ansehen zu können, haben wir lustigerweie nicht anstehen müssen, erst wurden wir von einem Securityman zu einem Nebeneingang/VIP-Eingang gebracht, beim zweiten Mal kamen wir mit einer Gruppe von Jungs ins Gespräch, die eine VIP-Karte dabei hatten und uns mit hinein nahmen. Und das meistens einfach aus Interesse an uns....

Mir ist das hier aufgefallen, dass manche Leute einen auch anstarren/angucken, aber mit einem großen Interesse dahinter. Den Kolkata kennt zwar Touristen, aber hat sich, zum Glück für uns, noch nicht so daran gewöhnt wie Delhi oder Mumbay wahrscheinlich ;)

Bilder von den Palästen werde ich noch beifügen:)

Der gesamte Abend hatte für mich etwas besonderes, ja wahrscheinlich sogar magisches an sich. Die vielen Straßen mit den bunten Lichtern, dazu die gewohnten Stadtgeräusche (sehr lautes, durchdringendes Hupen) und oftmals die eine oder andere laute Musik in/bei den Tempeln. Einmal wurden wir von einem Straßenstandverkäufer in einen Hinterhof gewunken, nach dem wir interessiert nach dem Ursprung eines Trommelkonzertes Ausschau gehalten haben. Und was fanden wir da? Inmitten eines halb überdachten Hinterhof, mit einem Trinkwasserhahn am Rand, war ein kleiner, aber ein liebevoll erbauter Tempel zu sehen, vor dem drei ältere, graubärtige Inder in ihren Dhotis die Trommeln schlugen. Entlang der Balkone spannten sich zahlreiche Lichterketten und ließen den doch etwas düstereren Hof in einem ganz anderen Licht erscheinen. 

Für mich sind es genau diese Momente, die mir zeigen, dass das Land, welches ich gewählt habe, genau das ist, wo ich ein Jahr leben möchte, um am Ende möglichst viele solcher Momente einfangen und behalten zu können.

Die Nacht war noch recht lang, weshalb wir uns heute auch erst ab 12 Uhr aus dem Bett bequemt haben, einfach weil wir geschlafen und es genossen haben, einfach frei zu haben. Und bis auf Aaron, einen anderen Freiwilligen, niemand, der auf uns wartet/von uns abhängig ist.
Noch ein bisschen verschlafen machten wir uns auf den Weg, etwas zum Frühstücken zu finden und entschieden uns sehr schnell für ein sehr einfaches, indisches Essen. Lecker und ganz entspannt aßen wir unter ein paar indischen Männern, wobei es für jeden sozusagen das gleiche gab, Reis, Gemüse und Dhal. Da ist mir mal wieder aufgefallen, dass die Zeit, die das Essen in Anspruch nimmt, eine ganz andere ist, als ich es von zuhause kenne. Man setzt sich an den Tisch, bekommt/nimmt sich das Essen, isst und steht auf, wäscht sich die Hände und das wars. Wenig Gespräche, und wenn, dann kurze, die genauso lange dauern, bis man fertig gegessen hat. Während zuhause ein Abendessen theoretisch Stunden dauern kann....

Aber dafür gibt es hier bei anderen Dingen, die fast schon berühmte indische Gelassenheit.
Nach einigen Hin und Her und etwas Warterei von unserer Seite aus, haben Caterina und ich, uns mit Linus und Henryk getroffen, um ein bisschen planlos den Nachmittag miteinander zu verbringen. Was sich am Ende zu der zweiten sehr guten Nacht in Folge entwickelt hat. Mit viel Spaß und naja Appetit haben wir ein hervorragendes Restaurant besucht, was auf eine ganz süße, liebe Art probiert, eine Mischung aus Indien und aller Welt herzustellen. Die Kellner/Server waren in indischer Tracht, die Speisekarte dagegen reichte von irischem Steak über American Banana Split bis hin zu Tandoori Chicken. Alles in allem eine wunderbare Mischung und auch nur weiter zu empfehlen, vorausgesetzt, man bringt etwas Wartezeit mit, auf das Essen auf jeden Fall, auf den Tisch eigentlich auch;)

Manchmal ist es gerade wegen unserer Hautfarbe so, dass man sich einen kleinen Vorteil verschaffen kann, und schnell und einfach einen Tisch bekommt, auch wenn man theoretisch warten müsste. Wir wissen/ich weiß natürlich, dass man genau das eigentlich nicht machen sollte, aber es einfach einmal auszuprobieren finde ich persönlich in Ordnung.....

Vielleicht ist erkennbar geworden, dass sich mein Wochenende aus mehreren kleinen und größeren Momenten zusammengesetzt hat, manche schön, manche etwas nervig oder dekadent.... Aber es war ein kleiner Miniurlaub, raus aus dem Englischunterricht und rein in das Leben Kolkatas....:)
Mit Freiwilligen, die sich mehr und mehr wie eine Familie zusammenfügen, sich unterstützten und ihr Erlebtes teilen...


Trotzdem sind meine Gedanken gerade bei einer kleinen Heiratsbekanntgabe, von der ich gegen 3 Uhr nachts erfahren habe... Eine komische Situation, wenn man es mal objektiv betrachtet.... Aber damit muss man leben, wenn man sich entscheidet, 8500km entfernt von der einen Heimat entfernt zu sein....:)


Liebste Grüße an alle:)

Montag, 3. Oktober 2016

Wie Dornröschen erwachten wir aus einem langen Schlaf....

Das stimmt natürlich nicht ganz, allerdings waren wir in dem letzten Monat oft und beständig müde... Es war irgendwie komisch, denn natürlich hatten wir auf der einen Seite was zu tun und an manchen Tagen auch recht viel, aber so ganz war mir meine Müdigkeit nicht klar.
Aber als wir am Samstag morgen Richtung SP-Office radelten, um meine Registrierung endlich abzuschließen, merkten wir, was uns morgens ein bisschen fehlt.
Die Räume, in denen wir uns manchmal zu oft aufhalten, haben Fenster, leider mit verschlossenen Fensterläden, weshalb die Luft.... Naja meistens eher eine Klimaanlagenluft ist.... Und durch verschlossene Fensterläden erreicht einen auch kein Sonnenlicht, was zum Beispiel eine Pflanze ja wirklich zum Leben braucht ;)
An dem besagten Morgen waren wir also draußen, im Sonnenschein an der frischen Luft und sind mal eine etwas längere Strecke mit dem Rad gefahren, aber waren danach wacher als an den Tagen davor.
Also heißt das für mich, ganz bewusst mehr Zeit draußen zu verbringen und in den Pausen unsere Dachterrasse zu nutzen. Denn diese ist ein kleines Projekt von uns, damit wir in Sonnenschein und Regen draußen sein und das Dorfleben sozusagen von oben mit erleben können.

Ansonsten habe ich mehr und mehr Spaß am Englischunterricht, in der High School und auch in den Gruppen, die wir hier in NOSKK unterrichten. Natürlich ist das eine oder andere schwer zu erklären, wenn man zum Beispiel mir das Wort für "Wortstamm" im Englischen nicht einfällt und ich probiere, den Begriff mit "root" (Wurzel) zu umschreiben. Glücklicherweise sind unsere Schüler ganz pfiffig, oder einer versteht es und erklärt es dann den anderen.

Nach nur einem Monat hier habe ich mich schon stärker eingelebt, als ich gedacht habe, auch wenn mir manchmal das eine oder andere doch fehlt...
Also ich habe kein Heimweh oder ähnliches, aber ich merke, wie ich die Anonymität vermisse, die ich aus Deutschland kenne und dass man nicht jedem sagen muss, was man gerade macht oder wohin man geht. Aber mit einer Gewöhnung der Einheimischen an uns wird das vielleicht irgendwann im Laufe der nächsten elf Monate verschwinden und bis dahin freue ich mich auf die drei Tage, die wir nächstes Wochenende in Kolkata verbringen werden.
Wir haben uns für die Durga Puja Feiertage ein Zimmer gemietet, damit wir nicht immer wieder die doch etwas längere Hin- und Rückfahrt nach Hause haben.
Die Pujaferien sind ziemlich lang und wir werden neben dem Feiern in Kolkata die Zeit auch dazu nutzen, die Flure hier mit Farbe zustreichen.

Montag, 26. September 2016

Entdecken, Erkunden, Lernen

"Let´s get some european food"....
Damit startete der zweite Trip nach Kolkata und es hat sich echt gelohnt.
Das Frühstück bestand heute mal nicht aus Rothi und einem Gemüse und Cha (Schwarztee mit Milch und häufig auch mit viiel Zucker), sondern aus gutem Kaffee mit Pizza und/oder Sandwich.
Es war super lecker und wahrscheinlich für die Bedienung erstmal ziemlich verwunderlich, da es gerade mal 10 Uhr morgens war.
Aber das Gefühl oder besser gesagt, der Geschmack, wenn man nach drei Wochen wieder Kaffee trinkt, war unbeschreiblich.

Und dann abends der Biss in eine leckere Pizza....Dazu gab es leckere Milchshakes und für Caterina Spaghetti mit Spinat-Käsesauce....;)
Das wir einen Tag mit sehr europäischem Essen gemacht haben, soll jetzt aber auf keinen Fall bedeuten, dass Essen, was wir bei NOSKK bekommen sei schlecht oder so!! Wir bekommen meistens ziemlich gutes, leckeren Reis, tolles Gemüse und natürlich Rothi oder eine frittierte Variante von Rothi. Also wir können uns echt nicht beklagen, aber manchmal fehlt ein bisschen die Abwechslung und wir müssen uns noch einmal um Gewürze kümmern, damit auch eine ausgebautere geschmackliche Abwechslung möglich ist.

 Ansonsten haben wir den Tag mit Büchern verbracht, da wir erst in einem unglaublich tollen Buchladen waren und dort einige Stunden verbracht haben, da wir dort einfach alles gefunden haben und auch Zeit damit verbracht haben, uns alles anzugucken:)
Und wer einmal nach Kolkata fährt oder dort einen Tag verbringt, sollte auf jeden Fall die Collegestreet besuchen.
Dort reiht sich ein Buchladen an den anderen, wobei diese eher an Kioske erinnern, jedoch bis zur Decke gefüllt mit Büchern. Dabei sind viele Schul/Collegebücher, unter anderem einige Bücher von deutschen und englischen Schriftstellern, natürlich auf Englisch und viele, viele indische Schriftsteller. Häufig, für unseren Geschmack zu häufig konnte man Hitlers "Mein Kampf" erwerben. Warum man es hier so häufig findet, habe ich noch nicht herausgefunden....


Natürlich waren wir auch ein bisschen als Touristen unterwegs und haben das Victoriamemorial angeschaut und sind uns in dem Park drumherum ergangen ;)



Am Samstagabend war die gesamte Projektleitung eigentlich bei einer Hochzeit eingeladen, aber aufgrund von Zeitmangel waren am Ende nur noch Caterina und ich übrig. Nach einer verspäteten Abfahrt und einer unglaublich langen und nervenaufreibenden Autofahrt kamen wir leider zu spät für die Zeremonie, aber es gab viel Essen und nette Unterhaltungen. Die ganze Sache hatte etwas komisches an sich, da wir das Brautpaar nicht kannten und deshalb belustigte Blicke geerntet haben, wenn wir erzählt haben, warum wir dort sind. Trotzdem hat sich das eine oder andere nette Gespräch ergeben und für mich war es ziemlich interessant zu sehen, wie eine indische Hochzeit aussieht. Es war zwar eine muslimische, aber auch so eine habe ich noch nicht miterleben können.
Wieviele Personen eingeladen waren, weiß ich nicht, aber die Mitarbeiter hier sagen, dass es meist so zwischen 500 und 1000 Gästen sind,...Irgendwie unvorstellbar.... 
Aber im November steht die Hochzeit einer Mitarbeiterin an und danach kann ich vielleicht mehr berichten;)

Liebe Grüße an alle dort draußen und bis bald:)


Montag, 19. September 2016

Lasst uns zum Strand....

Ich habe ja in meinem letzten Post schon erwähnt, dass dieses Wochenende ein besonderes wird:)
Das wurde es auch, denn wir sind am Freitag morgen los, Richtung Digha gefahren, eine Stadt am Meer. Besser gesagt, liegt diese Stadt im Golf von Westbengal und hat einen wunderbaren Strand mit tollen Wellen. Das wissen leider sehr viele Menschen, deshalb war es besonders an den Strandaufgängen unglaublich voll.



 Caterina und ich hatten eigentlich vor, in kurzer Hose und T-Shirt baden zu gehen, haben uns aber nach dem ersten Besuch am Strand dagegen entschieden, da schon alleine dort uns viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Dazu muss gesagt sein, dass in unserer Umgebung die meisten Menschen Muslime sind, weshalb der Kontakt zwischen Mädchen und Jungen ein anderer ist.
Am Strand war das aber nicht so, weshalb die Jungs sich viel mehr getraut haben, irgendwelche Sprüche zu sagen und uns probierten, anzusprechen.
Mangels unserer Bengalikenntnisse habe vor allem ich das meiste nicht verstanden, aber als wir das eine oder andere Mal mit einer der Juristinnen unterwegs war, die zwar auch kein Bengali kann, dafür aber Hindi, hat sie uns im Groben das Gesagte übersetzt und die Jungs verjagt.
Das war echt schön, denn obwohl nichts schlimmes passiert ist, ist es einfach unglaublich Nerven aufreibend, zu ahnen, was der eine gerade gesagt hat, dem aber nichts entgegen setzen zu können. 


Aber dennoch genoßen wir die Zeit und da das Projekt, also das "Volunteer Training", weshalb wir eigentlich Richtung Digha aufgebrochen sind, die ganze Zeit auf Bengali war, hatten wir viel freie Zeit, die wir mit Lesen, Spaziergängen am Strand, Bengali lernen und natürlich Baden gehen verbracht haben.
Wir haben auch eine Stunde eine Einheit gemacht, in der wir den Begriff "Volunteer" definiert haben und einige Sachen deutlich hervorgehoben haben. Außerdem haben wir noch über das gute einer Volunteerarbeit geredet, was sie dem Volunteer selbst und der Gemeinde/Gemeinschaft bringt und sind auch auf die Rolle und die Verantwortlichkeit eines Volunteers eingegangen. Wir hoffen einfach, dass die Teilnehmer das verstanden haben, was wir rüberbringen wollten, da unser Gerede aus dem Englischen ins Bengalische übersetzt wurde. Und bei unprofessionellen Übersetzern kann es einfach sein, dass nicht alles übersetzt wird, oder nicht so rüberkommt, wie man es sich eigentlich vorgestellt hat. Aber gut, wir werden wohl nie erfahren, inwieweit unser Beitrag wichtig war.


Nicht nur das Badengehen war das gute/beste an diesem Wochenende, auch die Zeit, die man abends mit den anderen Mitreisenden verbracht hat.
Wir waren lange unterwegs und haben einfach eine Stunde am Meer gesessen und den Wellen zugeschaut, uns dabei unterhalten und bengalische Lieder vorgesungen bekommen. Und die Stimmung war ganz anders, als zum Beispiel heute im Büro. 
Ich durfte meine Chefin und ihre Mitarbeiter in einer ausgelassenen Stimmung erleben, die mir selbst noch einmal den Schwung gab, die Zeit zu genießen und die Hoffnung zu haben, dass wir auch zuhause mehr und mehr Freiheiten bekommen.
Denn das ist auch für mich langsam bemerkbar geworden, dass nichts einfach so mal schnell geht, ohne jemanden von den höher gestellten Bescheid zu sagen. Und in Digha haben wir einer Person gesagt, dass wir noch ein bisschen rumlaufen wollen und als wir nach einiger Zeit zurück waren, wurden wir nicht schon sehnsüchtig und sorgenvoll erwartet, sondern wurden gelassen und neugierig empfangen. 
Für mich war das ein unglaubliches Gefühl, ich mag die Mitarbeiter hier unglaublich gerne, aber die Sache mit der Freiheit ist so das, was man auf jeden Fall noch besser machen kann.
Aber anscheinend braucht es einfach noch ein bisschen Zeit und wahrscheinlich ist ihnen noch gar nicht im Ganzen klar, wie selbstständig Caterina und ich eigentlich sind und wie wir es auch mal genießen, ungestört Sachen zu unternehmen.
(Wie zum Beispiel ein Ausflug in das Sciencecenter in Digha, ähnlich einem Technikum, wo verschiedene Sachen und Begriffe aus den naturwissenschaftlichen Fächern einfach erklärt und gezeigt werden.)

Aber ich bin gespannt was sich noch entwickeln wird, auch wie die Englischstunden in der Highschool weiter gehen. Denn heute war der erste Tag, die Schüler waren zwar schon in dem Buch bei "Lesson 9", konnten aber kaum wirklich Englisch sprechen und noch weniger verstehen, selbst das einfachste manchmal nicht. Ich stand manchmal vor der Klasse und dachte mir, warum? Warum? Warum?
Jetzt denke ich, dass genau das, eine zu meisternde Herausforderung ist, den Kindern Englisch beizubringen. Im Gegensatz dazu stachelt mich das beidseitige Nichtverstehen zwischen Schüler und Lehrerin (mir;)), mich dazu an, weiter an meinen Bengalikenntnissen zu feilen und mehr zu üben und zulernen.

Donnerstag, 15. September 2016

ID-UZ-ZOHA und die Tage gerade :)

Die letzten Tage waren mit wenig Arbeit verbunden, da wie schon erwähnt am Dienstag das ID-UZ-ZOHA war, ein großes muslimisches Fest. Wir waren bei einer Mitarbeiterin eingeladen, die, so wie wir das verstanden hatten, uns das Fest zeigen und erklären wollte. Das war dann aber nicht so, weil man bis auf die Kuhschlachten und das Verteilen des Fleisches am Abend, nicht besonders viel macht. Außer Essen, so wie wir bald gemerkt haben.
Trotzdem war der Tag ok, auch wenn er etwas später hätte starten können.....
Am Tag davor haben wir Menditattoos, in Deutschland besser als Hennatattoos bekannt, dazu haben wir laut indische Musik gehört und natürlich Tee getrunken;)
Das war eine echt schöne Atmosphäre und als wir am Montag zu dem Registrationoffice gefahren sind, haben wir gesehen, wie alles gewaschen und geputzt wurde. Von den Autos über Fahrräder und Motorräder, bis zu den Menschen. Auch die Stimmung war irgendwie gelöster und man hat es wirklich gespürt, dass ein besonderer Tag ansteht und das war total toll.


Und so sah nur eine der Mahlzeiten aus;)

Außerdem hat uns ab 12Uhr Aaron begleitet, auch ein Freiwilliger, der mit Caterina auf dem Vorbereitungsseminar war. Aber wir waren alle irgendwann ziemlich müde und sind dann Richtung Projekt gefahren. 
Ich persönlich fand es ziemlich angenehm, dass das Schlachten der Kühe nicht komplett auf offener Straße gemacht wurde und es sah auch ziemlich professionell aus.

Mittwochabend waren wir bei unserer Chefin eingeladen und sind bei ihr im Sari erschienen, worüber
 sie sich sehr gefreut hat. Ein Sari ist zwar kompliziert zu binden, aber erstaunlich gemütlich. Nun gut, Treppensteigen ist nicht unbedingt das einfachste damit aber es ist kühler als ein Salmar Kamez.


Danach haben wir eine der Töpfereien besucht, wir hatten sie zwar am Vortag schon einmal gesehen, aber noch nicht im Sari;)
Die Figuren werden für die verschiedenen Feste verwendet, zum Beispiel für das Nächste, das Durga Puja, wobei die hinduistische Göttin Durga angebetet und verehrt wird. Wie sie aussieht, weiß ich aber gerade nicht genau, aber im Oktober ist das Fest und dann kann ich näheres berichten:)


Und ja, wir haben ein bisschen rumgealbert, sehr zum Vergnügen unser indischen Gastgeber:)
Jetzt bin ich erstmal gespannt, was das Wochenende bringt, da wir von morgen bis Sonntagabend am Meer sein werden, bei einem Volunteertraining. Mit sehr vielen Einheiten auf Bengali, die wir uns zum Glück nicht alle anhören müssen und dadurch mehr Zeit am Strand und im Meer verbringen können.
Schwimmen müssen wir nicht in voller Montur, es reichen ein Tshirt und eine kurze Hose.... Mal sehen wie das wird:)



Montag, 12. September 2016

Arbeit

Mein letzter Blogeintrag war dem Thema Arbeit gegenüber ziemlich kritisch, dabei halten wir schon die eine oder andere Englischstunde.
Zum Beispiel gehen wir jeden Morgen in den Kindergarten und geben dort "Englischunterricht".
Wenn ein Kind in Indien in die Schule kommt, sollte es das jeweilige Muttersprachenalphabet und das Englische können.

Wir wollen den Kindern (3-5 Jahre) die englische Sprache erst einmal nur näher bringen. Zum Beispiel haben wir zweimal die Geschichte des "Gingerbreadmans" vorgelesen und beim zweiten Mal die Geschichte mit Figuren auf Pappe aus der Geschichte unterstrichen, die wir davor gebastelt haben. Außerdem haben die Kinder es geliebt, als wir ihnen Stifte und Papier mitgebracht haben und sie einfach malen durften, was sie wollen. Für mich ist die Erziehung, die die Erzieherinnen an den Kindern anwenden etwas fragwürdig, ich möchte darauf auch nicht weiter eingehen, aber vielleicht macht es das verständlich, dass Caterina und ich den Plan haben, auf die Kinder anders einzugehen und sie zu akzeptieren, wie sie sind.
Denn wenn man sich in ein kleines Kind hier hineinversetzt, dass "weiße" Menschen wahrscheinlich am ehesten aus dem Fernsehen kennt, merkt man schnell, dass es auch beängstigend sein kann, wenn gleich zwei von denen vor einem stehen.  
Diese Angst und/oder Zurückhaltung probieren wir damit zu vertreiben, dass wir ihnen zeigen, wie wir sind. Auch wie komisch wir uns benehmen, wenn wir Musik anmachen. Um die Kinder ein bisschen zu lockern haben wir einmal Musik mitgebracht und es hat komischerweise einige Zeit gedauert, bis sie mitgetanzt haben. Nun gut, es war auch englische Musik und keine Hindi- oder Bengalimusik, aber ich würde es gerne noch einmal mit einer solchen ausprobieren. 

Auch für ältere Interessierte geben wir Englischunterricht, wobei Caterina bisher den meisten Unterricht macht, da sie a) schon länger da ist und b) sie guten Unterricht macht ;)
Aber wir haben den Plan, uns mehr und mehr abzuwechseln und die Gruppen aufzuteilen, dass der eine die bessersprechenden übernimmt und der andere die, die noch ziemlich am Anfang stehen.
Die eine Gruppe von Mädchen haben wir schon geteilt und ich hoffe, dass mein Teil der Gruppe etwas aus dem Unterricht mitnehmen konnte, da sie eher gar kein Englischsprechen konnten und ich kein Bengali. Aber ich glaube fest daran, dass sich langsam zeigen wird, ob sie besser werden und ob sie meinen Unterricht verstehen.

Neben dem Englischunterricht bieten wir auch Gymnasticgruppen an, da viele der jungen Frauen oder Mädchen nichts weiter machen, als nach der Schule nach Hause zu gehen. Natürlich treffen sie sich mit Freundinnen und machen bestimmt auch echt schöne Sachen, aber die Bewegung bleibt dabei auf der Strecke. Wohingegen die Jungs oft gegen Abend auf dem Platz vor dem Projekt lange und ausdauernd Fußball spielen.

Außerdem helfen wir auch bei Dokumentationen von Projekten von NOSKK mit und sind gerade noch dabei, alle Projekte kennenzulernen und sogenannte Fieldvisits zu machen.
Auf die freue ich mich besonders, da man dann auch die Menschen und die Umgebung hier besser kennenlernen wird.

Bis dahin, machts gut und wenn ihr Gedanken, Ideen oder Vorschläge habt, was Unterichtsinhalte etc betrifft, dann könnt ihr diese gerne äußern, wir würden uns freuen.